Wie Cholin + Inositol das Gehirn fit halten und den Cholesterinspiegel senken

Lässt Ihr Gedächtnis Sie hin und wieder im Stich? Oder sind Ihre Cholesterinwerte zu hoch? — Dann könnte schlicht ein Mangel an den beiden Nährstoffen Cholin und Inositol dahinter stecken. Cholin und Inositol zählen zur Familie der B-Vitamine, und ein Defizit kann ganz erhebliche Auswirkungen auf unseren Fett- und Gehirnstoffwechsel haben.

Cholin und Inositol machen Cholesterin unschädlich

Bei einer richtig zusammengesetzten Ernährung produziert die Leber jeden Tag eine Reihe wachsähnlicher Substanzen, die man unter dem Sammelbegriff Lecithin zusammenfaßt. Hinter Lecithin verbirgt sich eine Gruppe chemischer Verbindungen, die so genannten Phosphatidylcholine. Dabei handelt es sich um Phospholipide, die sich aus Fettsäuren, Glycerin, Phosphorsäure und Cholin zusammensetzen.

Lecithin zerkleinert das Cholesterin zu winzigen Partikeln, die leicht in die Gewebe eindringen. Wenn die Ernährung vollwertig ist, bleibt das Cholesterin im Blut in kleinste Teilchen verteilt und gelangt ohne Mühe in die Gewebe, wo es verbraucht wird. Fehlt aber Lecithin, klumpt das Cholesterin zu groben Partikeln, die nicht die Wände der Arterien passieren können, und das Cholesterin im Blut steigt an. Kommt es zu Ablagerungen in den Wänden spricht man von Arteriosklerose.

Glücklicherweise gibt es Substanzen, die Einfluss auf das Cholesterin nehmen und grobe Partikel zu mikroskopisch kleinen Partikeln umwandeln können. Cholin, das Bestandteil von Lecithin ist, und Inositol können diese Umbildung bewirken.

 

Wie Cholin und Inositol gemeinsam den Cholesterinspiegel senken

Cholin gehört zu den wichtigsten so genannten lipotropen Substanzen. Es sorgt für die Verarbeitung, das Verflüssigen und den Transport von Fettmolekülen. Ohne Cholin kommt es in der Leber zu gefährlichen Anhäufungen von Fett, der Fettleber, weil Fettmoleküle weder verarbeitet noch abtransportiert werden können. Ganz entscheidend ist dabei, dass Cholin selbst Teil bestimmter Fettsubstanzen und Lipoproteine wie z. B. Cholesterin ist. Lipoproteine sind Fettmoleküle, die von einem Eiweißmantel eingeschlossen sind. Nur so sind sie im Blut überhaupt transportfähig, weil sich das im Wasser nicht lösliche Fett sonst an den Gefäßwänden ablagern würde.

Zusammen mit Inositol sorgt Cholin dafür, dass Cholesterin in den Körperzellen verwertet werden kann. Bei einem Mangel kann ein Nachschub an Cholin deshalb den Cholesterinspiegel senken. Ohne Cholin zirkuliert Cholesterin unablässig weiter im Blut. Seine Konzentration kann gefährlich ansteigen, weil die Cholesterin-Moleküle von den Zellen nicht angenommen werden. Unsere Zellen sind jedoch auf Cholesterin angewiesen, da es Bestandteil der schützenden Zellmembran ist. Dabei wirkt insbesondere das Inositol auch einer Verhärtung der Arterienwände entgegen und vermindert so das Risiko von Infarkt und Schlaganfall.

Cholin und Inositol halten auch das Gehirn fit!

Die positive Wirkung von Cholin und Inositol auf die Hirnleistung und Hirngesundheit erschließt sich wie folgt:

Cholin als wichtigster Grundbaustein des Neurotransmitters Acetylcholin

Die Nervenzellen (Neuronen), die aus denen unser Gehirn besteht, kommunizieren auf biochemischer Ebene miteinander, indem sie ganz spezielle Botenstoffe, die so genannten Neurotransmitter, freisetzen und untereinander austauschen. Einer der wichtigsten Neurotransmitter für unser gesamtes Denk-, Lern- und Erinnerungsvermögen ist das Acetylcholin, einem relativ einfach aufgebauten Molekül, das — wie der Name schon sagt — lediglich aus Cholin und einer daran gebundenen Acetylgruppe besteht. Das Gehirn ist also auf Cholin angewiesen, um Acetylcholin herstellen zu können.

Neben seiner immens wichtigen Rolle als Botenstoff bei der neuronalen Signalübertragung ist Acetylcholin übrigens auch daran beteiligt, die Membranen der Nervenzellen einschließlich ihrer Synapsen (den Kommunikationspunkten zwischen den Gehirnzellen) intakt zu halten. Somit unterstützt Acetylcholin die Kommunikation und den Austausch von Informationen zwischen den Nervenzellen auf mehreren Ebenen gleichzeitig.

 

Auswirkungen eines Cholin- bzw. Acetylcholin-Mangels auf das Gehirn

Bei einem Mangel an Acetylcholin (z. B. infolge einer unzureichenden Cholin-Zufuhr) sterben die so genannten cholinergen Nervenzellen in Massen ab, und es bilden sich so genannte Plaques, d. h. Ablagerungen von Cholesterin- und Eiweißmüll. Die damit einher gehenden geistigen Probleme setzen aufgrund falscher Kost bei vielen Menschen schon ab dem 40. Lebensjahr oder manchmal auch schon früher ein und macht sich zunächst einmal vor allem durch Vergesslichkeit und Konzentrations­schwäche bemerkbar. Fehlt uns also Cholin können wir nicht mehr klar denken und haben Probleme, Empfindungen und Signale des Gehirns richtig zu übertragen.

Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass eine gute Versorgung mit Cholin ab der Lebensmitte einen wesentlichen Beitrag dazu beisteuern kann, die Auswirkung des normalen Alterungsprozesses auf das Gehirn zu verzögern. Wer also häufiger den Eindruck hat, keinen klaren Gedanken fassen zu können, oder wer sich Namen und Telefon-Nummern nur schlecht merken kann, sollte die Supplementierung von Cholin in Betracht ziehen.

 

Übrigens: Ein niedriger Acetylcholinspiegel im Gehirn beeinträchtigt nicht nur das allgemeine Denk- und Erinnerungsvermögen sondern gilt darüber hinaus auch als Risikofaktor für die Entstehung der gefürchteten Alzheimer-Demenz. Cholin kann Menschen mit Alzheimer und anderen Formen von Demenz helfen, indem es den Acetylcholinspiegel anhebt.

 

Die Bedeutung von Inositiol als „Hirn-Nährstoff”

Allein die Menge an Inositol, die im Innern eines gesunden Gehirns üblicherweise vorzufinden ist, zeigt bereits sehr deutlich, wie wichtig Inositol für den Aufbau und für die Funktion unseres Denkapparats ist. Das Gehirn verfügt nämlich von allen Organen im menschlichen Körper über die höchste Inositol-Konzentration.

Zum einen ist Inositol als Bestandteil der Zellmembranen im Gehinr ganz maßgeblich daran beteiligt, den Aufbau und den Erhalt gesunder, leistungsfähiger Nervenzellen und Nervenfasern zu ermöglichen.

Zum anderen fungiert Inositol auch noch als sekundärer Botenstoff bei der Übertragung von Nervensignalen und beeinflusst dadurch u. a. die Signalweiterleitung durch andere Botenstoffe wie z. B. Dopamin oder Serotonin.

 

Es wird in diesem Kontext sogar darüber diskutiert, inwieweit Inositol dabei helfen kann, Gedächtnisverluste nach einem Schlaganfall rückgängig zu machen. Außerdem verhindert Inositol die Verhärtung der Arterienwände und vermindert dadurch von vornherein das Risiko eines Schlaganfalls.

Zusammenspiel zwischen Cholin und Inositol mit den Vitaminen der B-Gruppe

Sowohl Cholin als auch Inositol arbeiten beide sehr eng mit den B-Vitaminen zusammen. Diese funktionelle Verwandschaft geht sogar so weit, dass beide Substanzen früher einmal als Vitamin B4 (Cholin) bzw. als Vitamin B8 (Inositol) in die Gruppe der B-Vitamine eingeordnet wurden.

Nach heutigem Verständnis werden Cholin und Inositol allerdings nicht mehr als eigenständige B-Vitamine klassifiziert sondern stattdessen „nur noch” als Co-Faktoren der B-Gruppe oder schlichtweg als so genannte „Vitaminoide”. Der Hauptgrund für die damalige Neubewertung bzw. Umbenennung liegt darin, dass der menschliche Körper beide Substanzen bei dringendem Bedarf notfalls auch aus anderen Mikro- und Makronährstoffen herstellen könnte. — Nichtsdestotrotz ist es natürlich nach wie vor sinnvoll, den Körper von vornherein ganz gezielt mit Cholin und Inositol zu versorgen anstatt ihn dazu zu zwingen, seine Energie- und Nährstoffreserven auf Kosten anderer elementarer Stoffwechselprozesse für die Produktion dieser und anderer vitaminähnlicher Vitalstoffe anzapfen zu müssen!

Zusammenfassung und Ergänzungen

Die Wirkmechanismen von Cholin und Inositol greifen in nahezu perfekter Weise ineinander, insbesondere wenn es um die bessere Verwertung von Fetten im Cholesterin-Stoffwechsel geht oder wenn der Wunsch besteht, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu steigern. Zusätzlich sind die Wirkkreisläufe, an denen beide Substanzen beteiligt sind, aus funktionaler Sicht enorm eng mit den Hauptaufgaben der B-Vitamine verzahnt.

Deshalb wird generell empfohlen, Cholin und Inositol stets zusammen „im Doppelpack” zu supplementieren, denn beide können ihre spezifischen Aufgaben im Organismus — ebenso wie die anderen Vitamine und Co-Faktoren aus der Gruppe der B-Vitamine — am besten erfüllen, wenn sie gleichzeitig in ausreichender Menge vorhanden sind.

Abschließend wollen wir die wichtigsten Aufgaben und Effekte von Cholin und Inositol nochmals kurz auflisten und gegenüberstellen, ergänzt durch einige weitere Stichpunkte, die wir im Kontext dieses Artikels noch nicht angesprochen hatten:

 

Hauptaufgaben von Cholin:

  • Fettstoffwechsel: Cholin wird gebraucht, um Triglyceride und andere Fette aus der Leber in die Gewebe zu transportieren. Bei Cholinmangel häuft sich Fett in den Leberzellen an, und die Funktion dieses Organs ist gestört.
  • Zellwände: Cholin wird benötigt, um die Zellwände im ganzen Körper aufzubauen und um Myelin für die Markscheide der Nervenbahnen herzustellen.
  • Synthese von Acetylcholin: In Nerven und Gehirn wird Cholin zu Acetylcholin umgewandelt, einem Neurotransmitter (Nervenbotenstoff), der Emotionen und Verhalten im Gehirn steuert.
  • Entgiftung von Chemikalien: Cholin unterstützt die Enzyme in der Leber, die das Blut entgiftet und Medikamente und giftige Substanzen ausscheidet.

 

Hauptaufgaben von Inositol:

  • Zellwände und Nervenfasern: Als Bestandteil der neuronalen Zellmembranen ist Inositol unmittelbar am Wachstum, an der Reparatur und an der permanenten Neuvernetzung unserer Nervenzellen beteiligt. Inositol ist also unverzichtbar für den Aufbau und die Pflege einer gesunden und leistungsfähigen neuronalen „Infrastruktur” als Grundlage unseres Denk- und Erinnerungsvermögen. Dadurch soll Inositol teilweise sogar Gedächtnisverluste nach einem Schlaganfall rückgängig machen können.
  • Als sekundärer Botenstoff im Gehirn ermöglicht Inositol eine bessere Kommunikation und Reizweiterleitung zwischen den einzelnen Nervenzellen und fördert dabei u. a. auch den Signalaustausch über die wichtigen Neurotransmitter Dopamin und Serotonin.
  • Arterienwände: Inositol verhindert die Verhärtung der Arterienwände und vermindert so das Risiko von Infarkt und Schlaganfall.
  • Verdauungstrakt: Inositol stärkt deutlich die Kontraktionen des Magen-Darm-Traktes. Es verbessert dadurch die Verdauung und die Weiterverarbeitung der Nahrung und verhütet Blähungen und andere Verdauungs­beschwerden.

 

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