Melatonin: Wie das Schlafhormon Körper, Geist und Seele fit hält!

Melatonin ist ein Hormon, das im menschlichen Zwischenhirn in der Zirbeldrüse aus Serotonin gebildet und bei Dunkelheit ausgeschüttet wird. Melatonin steuert die normale Funktion der „inneren Uhr”. Dieser natürliche Wechsel zwischen Wach- und Schlafphasen ist durch die moderne Lebensführung (Stress, Lichtverschmutzung, Schichtarbeit, etc.) bei einer Vielzahl der Menschen gestört — mit fatalen Auswirkungen auf die Gesundheit. Darüber hinaus lässt die körpereigene Melatonin-Produktion mit zunehmendem Alter nach, wodurch der kostbare Regenerationsschlaf kontinuierlich abnimmt und Alterungsprozesse beschleunigt werden.

Das „Schlafhormon” Melatonin reguliert sowohl die Dauer als auch die Qualität unserer Schlafphasen

Das „Schlafhormon” Melatonin wird mit Hilfe diverser Enzyme aus dem „Wohlfühl-Hormon” Serotonin gebildet. Die Produktion und Ausschüttung von Melatonin wird durch Dunkelheit aktiviert und durch Licht gehemmt. Dem entsprechend ist der Melatoninspiegel tagsüber niedrig, während am Abend, ausgelöst durch die schwindende Helligkeit und durch die eher rötliche als blau-weiße Zusammensetzung des Tageslichts in der Abenddämmerung, die Melatonin-Produktion beginnt und normalerweise schließlich um etwa 3 Uhr nachts ihren Höhepunkt erreicht bzw. erreichen sollte. In anderen Worten: Das „Schlafhormon” Melatonin soll in erster Linie dafür sorgen, dass wir nicht nur schneller einzuschlafen sondern auch besser „durchzuschlafen” können, damit wir am darauf folgenden Morgen möglichst gut erholt in den nächsten Tag starten können.

Melatonin ist also maßgeblich daran beteiligt, die immens wichtigen Tiefschlafphasen auszulösen bzw. überhaupt erst zu ermöglichen, indem es als wichtigstes Schlafhormon im menschlichen Körper eben nicht nur den Beginn, das Ende und die Dauer unserer Schlafphasen beeinflusst sondern darüber hinaus auch für eine erhebliche Steigerung unserer Schlafqualität sorgt! Tiefer, erholsamer Schlaf und eine kurze Einschlafzeit sind also nur dann möglich, wenn ausreichend Melatonin zum richtigen Zeitpunkt gebildet wird.

Nicht umsonst weisen Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren die höchsten Melatoninspiegel auf! Danach nimmt die körpereigene Melatonin-Produktion mit zunehmendem Alter kontinuierlich ab. Menschen in der mittleren Lebensphase (zwischen 35-45 Jahren) produzieren üblicherweise nur noch halb so viel Melatonin wie im Kindesalter, und spätestens ab dem 80. Lebensjahr produziert der menschliche Körper bestenfalls nur noch ein Viertel der Melatonin-Menge, die eigentlich notwendig wäre, um die selbe Schlafqualität erreichen zu können, auf die jeder Säugling und jedes Kind zwingend angewiesen ist,

Neben der Steuerung unserer alltäglichen Schlaf- und Wach-Phasen ist Melatonin allerdings zusätzlich auch noch an zahlreichen weiteren Prozessen beteiligt: Es stimuliert die Ausschüttung des Wachstumshormons Somatotropin, wirkt als neuroprotektives Antioxidans und kann Alterungsprozesse verlangsamen.

Melatonin-Mangel als unvermeidliche Folge moderner Lebensgewohnheiten und natürlicher Alterungsprozesse

Ein Großteil der Weltbevölkerung lebt unter einem lichtverschmutzten Himmel. Sowohl im Freien (Scheinwerfer, beleuchtete Objekte und Werbetafeln, Straßenlaternen etc.) als auch in den eigenen vier Wänden (Fernseher, Handy, Lampen etc.) sind wir abends künstlichem Licht ausgesetzt.

Dadurch versäumt das Gehirn den Beginn der Melatonin-Produktion, die eigentlich jede Nacht um ca. 3 Uhr ihren Höhepunkt erreichen sollte.

Insbesondere mit zunehmendem Alter wird es immer schwerer, einen gesunden Melatoninspiegel zu erreichen. Die Folgen des Melatoninmangels können fatal sein: Depressionen, vorzeitige Alterungserscheinungen, Diabetes, Adipositas, Schlaf-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Hochwertige Melatonin-Präparate können dieses Defizit ausgleichen.

Wirkung von Melatonin auf Gehirn und Psyche

Die Leistungen des Hormons für unser Gehirn werden besonders deutlich spürbar, wenn der Melatoninspiegel nicht optimal ist: Eine Nacht mit nicht ausreichend gutem Schlaf führt am nächsten Tag zu Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen und Gereiztheit. Sind Schlafdauer und -qualität ständig mangelhaft, kann die Psyche erheblich darunter leiden. Depressionen oder Angststörungen können mitunter auf einen zu niedrigen Melatoninspiegel und Schlafstörungen zurückgeführt werden, weshalb Melatonin auch in der Behandlung dieser Erkrankungen eingesetzt wird.

Im Gegensatz zu den o. g. Folgen eines nächtlichen Melatoninmangels äußert sich ein angemessener Melatoninspiegel tagsüber durch ein gutes Denkvermögen, körperliche sowie geistige Leistungsfähigkeit und eine ausgeglichene Stimmung. Diese wertvollen Wirkungen nutzen Mediziner in den USA unter anderem bei der Behandlung von Gehirnerkrankungen (z. B. Demenz, Parkinson) und nach Schlaganfällen. Das Melatonin schützt das Gehirn der Patienten, unterstützt den Heilungsprozess und kann die Aufmerksamkeit, Konzentration sowie Wachheit steigern.

 

Melatonin als neuroprotektives Antioxidans zum Schutz des Gehirns

Melatonin wirkt auch außerhalb der Schlafphasen als neuroprotektives Antioxidans und schützt das Gehirn vor freien Radikalen. Diese hochreaktiven Sauerstoff-Verbindungen sind Stoffwechselprodukte, die im Gehirn aufgrund der permanenten Hochleistung in großen Mengen entstehen. Melatonin beeinflusst die Gehirnleistung aktiv und erzielt schützende Effekte auf die Nervenzellen.

Doch das empfindliche Gehirn kann noch durch eine Reihe weiterer Ereignisse geschädigt werden, zum Beispiel durch Entzündungen, Infektionen, Schwermetallbelastung oder alterungsbedingte Abbauprozesse. Sinkt der Melatoninspiegel, kann das Hormon das Gehirn nicht mehr ausreichend schützen und die Schäden können sich ausbreiten. Neben anfänglichen Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen kann im weiteren Verlauf das Hirnvolumen abnehmen. Dieser Prozess geht auch mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung einer Demenz einher. Die zusätzliche Einnahme von Melatonin kann diesen Prozess verlangsamen oder — bei frühzeitiger Behandlung — stoppen bzw. sogar umkehren.

Weitere Aufgaben von Melatonin außerhalb des Gehirns

Aufbau und Reparatur von Muskelzellen und Bindegewebe durch Somatotropin

Während der Tiefschlafphase wird die Somatotropin-Ausschüttung durch das Melatonin stimuliert. Ist die Melatonin-Produktion gestört, kommt es also zu einem gestörten Somatotropin-Spiegel. Zu den wichtigsten Aufgaben des Somatotropins zählen der Aufbau und die Stärkung von Muskeln sowie Bindegeweben. Rutscht der Körper durch einen Melatonin- und somit auch Somatotropinmangel in eine vorzeitige Somatopause, kann es also zur Bindegewebsschwäche und zum Muskelabbau kommen.

 

Einfluss von Melatonin (und Somatotropin) auf den Fettstoffwechsel

Außerdem verlangsamen sich bei einem Mangel an Somatotropin auch Stoffwechselprozesse, die für den Fettabbau wichtig sind, so dass ein Melatoninmangel häufig zu vermehrtem Fettaufbau führt, mit der Folge von Übergewicht bis hin zur krankhaften Fettleibigkeit (Adipositas).

 

Einfluss auf Mitochondrien und Entgiftungsleistung

Die Mitochondrien sitzen im Inneren einer jeden Zelle und werden nicht ohne Grund als „Zellkraftwerke” bezeichnet: Rund um die Uhr verwandeln sie die über die Nahrung zugeführte Energie in den Energieträger ATP, der für alle Lebensfunktionen notwendig ist. Melatonin stimuliert in den Mitochondrien die Bildung von Glutathion, welches die Zellen vor oxidativen Schäden bewahrt. Ohne ausreichend Melatonin können die überlebenswichtigen Zellkraftwerke nicht optimal arbeiten, wodurch es dem Körper an Energie mangelt. Die Leistungsfähigkeit nimmt spürbar ab, Betroffene fühlen sich erschöpft und antriebslos.

Zusätzlich ist immer dann, wenn zu wenig Glutathion produziert wird, auch die Entgiftungsleistung des Körpers eingeschränkt. Melatonin ist für die Entgiftung des Körpers jedoch auch auf andere Weise unerlässlich: Das Hormon verringert die Toxizität (Giftigkeit) von Medikamenten und reduziert deren Nebenwirkungen. Dies gilt insbesondere für Cholesterinsenker. Des Weiteren eliminiert Melatonin anfallende Zellgifte, welche während Stoffwechselprozessen entstehen, und fungiert als starkes Antioxidans.

 

Einfluss von Melatonin auf die Bauchspeicheldrüse (und den Blutzucker-Haushalt)

In der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) sitzen ebenfalls Melatonin-Rezeptoren (MT1- und MT2-Rezeptoren), welche den gesamten Stoffwechsel, aber insbesondere den Blutzucker beeinflussen. Ein Melatoninmangel kann aus diesem Grund zu Diabetes, Verdauungsstörungen und Fettleibigkeit führen.

 

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