Betain-HCl: Nährstoffe besser aufspalten und Sodbrennen vermeiden

Grundvoraussetzung für eine funktionierende Verdauung ist, dass eine optimale Menge an Enzymen und an Magensäure von unseren Drüsen produziert und abgegeben wird. Jeden Tag produziert der menschliche Körper normalerweise je nach Häufigkeit, Menge der Nahrungsaufnahme und Zusammensetzung der Nahrung etwa 2-3 Liter Magensaft, vornehmlich bestehend aus Salzsäure (HCl), Schleim und Verdauungsenzymen. All diese Verdauungssäfte sind wichtig, um die Nahrung möglichst schnell und vollständig aufzuspalten, denn unverdaute Nahrungsreste neigen dazu, nicht nur Sodbrennen sondern auch Fäulnis- und Gärprozessen im Darm hervorzurufen.

Dennoch scheinen immer noch viele Menschen zu glauben, dass sich Verdauungsbeschwerden wie z.B. Sodbrennen oder Reflux am besten durch die Einnahme von so genannten Antazida (d.h.: durch Magensäure hemmende/neutralisierende Mittel) lösen ließen. Dieser Ansatz entpuppt sich jedoch allzu oft als kontraproduktiv, erstens weil die o.g. Beschwerden paradoxerweise oftmals eher auf einen Magensäure-Mangel anstatt auf eine überschießende Säureproduktion hindeuten, und zweitens weil die Magensäure nicht nur für die vollständige Verwertung von Nährstoffen erforderlich ist sondern auch eine wichtige Immunbarriere gegen schädliche Keime darstellt. — Magensäure-Ersatzpräparate mit Betain HCl verfolgen daher eine andere Strategie: Sie zielen darauf ab, die Verdauungsprozesse im Magen zu beschleunigen, so dass der Nahrungsbrei möglichst schnell „in die richtige Richtung” weiter transportiert wird anstatt typische Rückstau-Symptome wie Sodbrennen, Aufstoßen und Völlegefühl und zahlreiche weitere, viel gravierendere Gesundheitsprobleme zu verursachen.

Ohne Magensäure geht es nicht!

Die Verdauungssäfte im Magen bestehen, wie bereits eingangs gesagt, nicht nur aus Salzsäure (chem.: Salzsäure = HCl = Mischung aus freien und hochgradig reaktiven H+ und Cl Ionen) sondern auch aus Schleim und Verdauungsenzymen.

Sind nicht genügend Magensäure und Enzyme vorhanden, dann kann die Nahrung nicht richtig aufgebrochen und folglich auch nicht optimal verwertet werden; denn Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette — also die drei wohl bekanntesten Makronährstoffe — müssen zunächst einmal in ihre Einzelbestandteile zerlegt werden, bevor die darin enthaltenen Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden können. Wenn diese Zerlegung nicht vollständig gelingt, dann wird dadurch auch die Aufnahme von Vitaminen, Mineralien und anderen nützlichen Nähr- und Vitalstoffen nachhaltig gestört.

Außerdem erfüllen die Salzsäure und die Enzyme im Magensaft auch noch eine weitere, äußerst wichtige und oft unterschätzte Aufgabe: Sie sollen nämlich auch möglichst viele Krankheitserreger (Viren, Bakterien, körperfremde und somit potentiell allergene Fremd-Eiweiße, aber auch Giftstoffe) abtöten bzw. zerlegen, bevor diese über die Schleimhäute des Verdauungstrakts ins Innere des Körpers gelangen können. Bei einem Mangel an Magensäure (oder proteolytischen Enzymen) können diese Krankheitserreger allerdings nicht mehr zuverlässig eliminiert werden.

 

In anderen Worten:
Wenn die Drüsen im Bereich des Magens nicht genügend Magensäure und Enzyme produzieren, dann fehlen dem Körper nicht nur wichtige Nährstoffe sondern auch wesentliche Bausteine bei der Abwehr von Krankheitserregern und potentiellen Allergenen/Giftstoffen.

Falls dieser Zustand länger anhält, können der gesamte Stoffwechsel und das Immunsystem mehr und mehr zum Erliegen kommen. Ein Mangel an Magensäure führt also nicht nur zu lästigen Magen-Darm-Beschwerden, sondern schadet unserer Gesundheit in großem Ausmaß, und zwar auf mehreren Ebenen gleichzeitig!

 

Die häufigsten Anzeichen bzw. Folgen eines Magensäure-Mangels sind…

… direkt (akut, oder als Ursache weiterer Probleme, s.u.):

  • Sodbrennen, Reflux und häufiges Aufstoßen. — Die Ursache dafür ist selten ein Überschuss an Magensäure sondern vielmehr ein Rückstau von Nahrungsresten, die aufgrund eines Mangels an Magensäure oder Enzymen nicht schnell genug zerlegt werden können und daher zu lange im Magen verweilen!
  • Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten bzw. vermeintliche Nahrungsmittel-Allergien (insbesondere: schlechte Verträglichkeit von eiweißreichen Nahrungsmitteln und/oder grünem Gemüse).
  • eine allgemein und nachhaltig gestörte Darmflora (d.h.: ein relatives Übergewicht von erwiesenermaßen schädlichen/nutzlosen Bakterien oder Pilzen im Vergleich zu nützlichen Darmbakterien).

… und demzufolge auch (als sekundäre Folgeerscheinung oder als Langzeit-Effekt):

  • vermehrte Infekte (weil Bakterien, Viren und andere Krankheitserreger den Magen ungehindert passieren können).
  • Blähungen und Übelkeit (weil unverdautes Essen im Darm gärt und/oder fault).
  • Verstopfungen (weil der Darm unverdaute Nahrung nicht schnell genug verarbeiten kann).
  • Durchfall (weil der Darm unverdaute Nahrungsbestandteile schnellstmöglich loswerden will).
  • chronische Erschöpfung und Energielosigkeit (weil die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe nicht aufgespalten und verwertet werden können).
  • Nährstoff-Mangelerscheinungen (z.B. Vitamin B12 und daraus folgend Eisenmangel und/oder Blutarmut).
  • chronische Funktionsstörungen im Bereich des Darms (Zöliakie, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, etc…).
  • Histamin-Intoleranz (ein Spezialfall von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten/-Allergien, s.o.).
  • Hautkrankheiten wie Rosacea, Akne oder Ekzeme (als „unspezifisches” Symptom der o.g. Stoffwechsel-Störungen).
  • Osteoporose (als „unspezifisches” Symptom der o.g. Stoffwechsel-Störungen).

 

Leitsymptom Sodbrennen/Reflux

Leider verfügen immer weniger Menschen über eine ausreichende Magensäure-Produktion. Laut Studien ist jeder zweite Mensch über 50 davon betroffen, und fast 90% aller Menschen über 60 haben zu wenig Magensäure.

Durch die fehlende Salzsäure wird die Nahrung im Magen nicht ordnungsgemäß verdaut und fängt an, sich auf völlig unplanmäßige Weise zu zersetzen und zu gären. Diese verwesenden Nahrungsreste werden vom Dünndarm aufgehalten, stauen sich somit in die Speiseröhre zurück und rufen Sodbrennen hervor.

 

Der eigentliche Grund für Sodbrennen oder für eine Reflux-Symptomatik ist also nicht etwa ein „zu viel” an Magensäure sondern der Umstand, dass die zugeführte Nahrung aufgrund eines Mangels an Magensäften nicht schnell genug zerlegt wird und daher einen Rückstau des mit Magensäure angereicherten Nahrungsbreis bis hinauf in die Speiseröhre verursacht.

 

Wie viel (Magensäure) ist zu viel?

Nichtsdestotrotz steht immer noch die Frage im Raum, ob es in puncto Magensäure auch ein „zuviel des Guten” geben kann. Dazu ist Folgendes zu sagen:

Magensäure vs. Magenschleimhaut: Beide müssen stark sein!

So lange die Zellen in der Magenwand und die daran angrenzende Schleimschicht intakt sind, sollte ein gesunder Magen quasi immun gegen starke Säuren sein. Wenn also der Magen selbst unter „zu viel” Säure leidet, dann liegt die eigentliche Ursache des Problems fast immer in einer bereits vorgeschädigten Magenwand, nicht jedoch in der Magensäure an sich. — Denn die Magensäure muss stark genug sein, um sowohl die nützlichen als auch die schädlichen Bestandteile unserer Nahrung in kleinere, elementare Bausteine zu zerlegen, die dann im Zuge weiterer Verdauungsprozesse entweder vom Körper aufgenommen oder problemlos entsorgt werden können.

Sodbrennen und Reflux: „Über-Fluss” statt Überschuss!

Auch bei Beschwerden, die sich nicht direkt in der Magengegend äußern sondern die darüber liegende Speiseröhre betreffen — konkret: Sodbrennen und gastroösophagealer Reflux — wäre es absurd zu behaupten, dass der Körper zu viel oder zu starke Magensäure produzieren würde. Das eigentliche Problem bei Sodbrennen und Reflux besteht nämlich darin, dass Magensäure in die Speiseröhre gelangt (wo sie definitiv nicht hingehört), weil der innere Schließmuskel, der Magen und Speiseröhre üblicherweise voneinander trennen sollte, seinen Dienst verweigert.

Die Ursache dafür kann in einer genetisch bedingten oder in einer im Laufe des Lebens erworbenen Störung des Verdauungsapparats liegen. Manchmal — und nicht selten — liegt der Grund für ein Versagen des gastro-ösophagonalen Schließmuskels allerdings schlichtweg darin, dass wir dem Magen schlichtweg zu viel Nahrung auf einmal zumuten, oder dass wir den Biorhythmus des Magens durcheinander bringen, indem wir schwer verdauliche Lebensmittel zu spät (d.h.: ohne ausreichenden Abstand zwischen Nahrungsaufnahme und Bettruhe) verzehren.

Magensäure-Überproduktion als Folge eines Enzymmangels?

Ohnehin sollte bei Sodbrennen und Reflux immer auch abgeklärt werden, ob sich die körpereigene Magensäure-Produktion auf natürlichem Wege herunterfahren lässt, indem man gezielt Verdauungsenzyme zuführt; denn möglicherweise liegt die Ursache für einen Magensäure-„Überfluss” schlichtweg darin, dass der Körper versucht, einen chronischen Mangel an Verdauungsenzymen durch eine dem entsprechend größere Ausschüttung an Magensäure zu kompensieren.

 

Folglich zielen so genannte Antazida (also: Magensäure hemmende / neutralisierende Medikamente) nicht wirklich darauf ab, die eigentlichen Ursachen der o.g. Probleme an der Wurzel zu packen. — Sie können allenfalls den Ort, an dem sich diese Probleme bemerkbar machen, vom Magen bzw. von der Speiseröhre in Richtung der darunter befindlichen Verdauungsorgane verlagern.

 

Also: Vorsicht vor Säureblockern (Antazida)!

Ärzte denken — ebenso wie ihre Patienten — allzu oft gleich an Säureblocker, wenn jemand über Magenbeschwerden klagt, denn beide führen solche Probleme meist auf einen Überschuss statt auf einen Mangel an Magensäure zurück. Das fatale Credo lautet immer noch: „Je weniger Säure im Magen, desto besser”. Dieses Credo rückt jedoch in Anbetracht der oben erläuterten Zusammenhänge immer weiter in den Bereich derjenigen Dogmen, die in der gegenwärtigen Praxis (anno 2021) leider viel zu selten in Frage gestellt werden, weder im Medizinstudium noch in der Praxis.

Nichtsdestotrotz verschreiben die meisten Ärzte dieser Logik folgend immer noch „gerne” — genauer: routinemäßig — Antizida bzw. Säureblocker, darunter auch so genannte „Protonenpumpen-Hemmer”, um ihre PatientInnen von den Schmerzen des Sodbrennens zu befreien, obwohl derartige Antazida die Beschwerden — wie oben erläutert — längerfristig nur noch schlimmer machen.

Wir möchten keineswegs bestreiten, dass der Einsatz solcher Antazida die akuten und unmittelbaren Symptome bei Problemen mit der körpereigenen Magensäure-Produktion lindern kann, und dass der Einsatz entsprechender Medikamente manchmal auch notwendig ist, damit sich die Schleimhäute im Bereich des Magens und der Speiseröhre stressfrei regenerieren können.

Doch letztlich sollten alle Beteiligten (d.h.: sowohl die Betroffenen als auch deren TherapeutInnen) vor dem Einsatz von Magensäure-Blockern und so genannten „Protonenpumpen-Hemmern” immer auch bedenken, dass diese sich nicht nur auf den Säuregehalt des Mageninhalts auswirken sondern auch das Gleichgewicht zwischen positiv/negativ geladenen Ionen in anderen Körperregionen/-geweben durcheinander bringen können.

Auch all die „Basenpulver”, die von vielen Betroffenen gegen eine allgemeine „Übersäuerung” mehr oder weniger kritiklos gekauft und eingesetzt werden, um die wertvolle Magensäure zu neutralisieren, können langfristig deutlich mehr Probleme erzeugen als lösen (s.o.).

Zwischenfazit: Magensäure ist unverzichtbar für eine vollständige Verdauung

Bei allgemeinen Verdauungsstörungen, aber auch im Verlauf des normalen Alterungsprozesses kann sowohl die Produktion als auch die optimale Zusammensetzung des Magensaftes beeinträchtigt sein. Arbeitet das Verdauungssystem unzureichend, werden Nährstoffe schlechter aufgenommen und schädliche Stoffe verbleiben länger im Körper. Deshalb beginnen viele gesundheitliche Störungen mit einer unzureichenden Verdauung, mit Magen- und Darmbeschwerden und Beschwerden der Leber und Gallenblase.

All jene, die sich bereits in der zweiten Lebenshälfte befinden und/oder mit Verdauungproblemen unterschiedlichster Ausprägung oder festgestellten Mangelzuständen zu kämpfen haben, sollten daher wissen, dass die Produktion von Magensäure (und Verdauungsenzymen) mit zunehmendem Alter nachlässt.

Lösungsansatz: Nahrungsstau vermeiden mit Betain HCl

Die o.g. Stoffwechsel-Defizite, und somit auch die dadurch verursachten Beeinträchtigungen, lassen sich auf gleichermaßen einfache, elegante und „maximal natürliche” Art durch die Einnahme eines Magensäure-Ersatz-Präparats vermeiden, das die fehlende Magensäure genau am richtigen Ort und zur richtigen Zeit ersetzt, um die normalen Verdauungsfunktionen wieder herzustellen und dadurch auch die desaströsen Folgen eines Magensäure-Mangels abzuwehren.

Hierfür bietet sich in erster Linie die Einnahme von Betain HCl an, denn bei bedarfsgerechter Zufuhr hat Betain HCl aus biochemischer und physiologischer Sicht ziemlich genau den selben Effekt, als ob der Körper die fehlende Magensäure selber bereit gestellt hätte. Folglich wird durch die Einnahme von Betain HCl letztlich „nur” das — genauer: nicht mehr und nicht weniger als genau das — „nachgefüllt”, woran es dem Körper mangelt.

Betain HCl unterstützt also — im Optimalfall gemeinsam mit individuell passend ausgewählten Verdauungsenzymen wie z.B. Pepsin — die Zerlegung der Nahrung in ihre kleinsten und dem entsprechend leicht verdaulichen Bestandteile, genau so wie es der Körper bzw. der Magen eigentlich von sich aus tun sollte.

Im Herbst 2019 hatten wir die Gelegenheit, Dr. Michael Murray, einen der führenden Experten auf diesem Gebiet, um eine Stellungnahme zum Thema Magensäure-Mangel zu bitten, und in diesem Zuge auch sämtliche Fragen zu beantworten, die es bei der Einnahme von Betain HCl zu beachten gilt. Eine Video-Aufzeichnung unseres Interviews mit Dr. Michael Murray (mit deutschen Untertiteln) finden Sie hier:


Selbstverständlich haben wir dieses Interview auch in Textform festgehalten und übersetzt, so dass Sie jederzeit und in aller Ruhe den Inhalt unseres Gesprächs mit Dr. Michael Murray zum Thema „Betain HCl als Ersatz für Magensäure” nachlesen oder ausdrucken können.

 

Downloads:

Supplementa Monatsnews im April 2021 Supplementa Monatsnews im April 2021 [pdf-Datei]
(Achtung: Die pdf-Druckvorlage unserer Supplementa-Monatsnews enthält i.d.R. nur eine gekürzte Fassung unserer Texte, die wir — im Gegensatz zur online-Version auf dieser Seite — nicht laufend aktualisieren und ergänzen können.)

 

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