Glutathion gilt als eines der wichtigsten körpereigenen Antioxidantien. Es kommt in nahezu allen Geweben vor und spielt unter anderem eine Rolle beim Schutz der Zellen vor oxidativem Stress und bei der Regulation der Immunfunktion. Eine häufige Frage lautet jedoch: Kann oral eingenommenes Glutathion die Glutathionspeicher im Körper tatsächlich erhöhen?
Eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Humanstudie untersuchte genau diese Frage über einen Zeitraum von sechs Monaten. Verwendet wurde dabei Setria® Glutathion, das von Kyowa Hakko bereitgestellt wurde.
Zwei Dosierungen: 250 mg und 1.000 mg Setria® pro Tag
In die Auswertung gingen 54 gesunde, nicht rauchende Erwachsene ein. Sie wurden auf drei Gruppen verteilt:
- Placebo
- 250 mg Setria® Glutathion täglich
- 1.000 mg Setria® Glutathion täglich
Die Einnahme erfolgte über sechs Monate. Anschließend folgte eine einmonatige Auswaschphase ohne Supplementierung.
Die Forschenden bestimmten Glutathion nicht nur im Vollblut, sondern auch gezielt in verschiedenen Zell- und Blutkompartimenten, darunter Erythrozyten und Lymphozyten.
Gerade diese beiden Messorte sind interessant: Erythrozyten enthalten einen großen Anteil des Glutathions im Blut, während Lymphozyten als Immunzellen einen Einblick in die intrazelluläre Glutathionversorgung geben.
Deutlicher Anstieg des Glutathions in den Erythrozyten
Bei der höheren Dosierung von 1.000 mg Setria® täglich stiegen die Glutathionwerte in den Erythrozyten bereits nach 1 und 3 Monaten an und waren auch nach 6 Monaten signifikant erhöht.
Nach sechs Monaten lag der maximale Anstieg bei etwa 35 % gegenüber dem Ausgangswert.
Auch die niedrigere Dosis zeigte einen Effekt: Bei 250 mg täglich war der Glutathionspiegel in den Erythrozyten nach sechs Monaten signifikant erhöht. In der Zusammenfassung der Studie wird für diese Gruppe ein Anstieg von rund 29 %genannt.
Das spricht dafür, dass auch eine vergleichsweise moderate tägliche Dosierung langfristig die Glutathionspeicher in roten Blutkörperchen beeinflussen kann.
Auch die Lymphozyten reagierten auf Setria®
Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Lymphozyten.
In der Gruppe mit 1.000 mg Setria® pro Tag waren die Glutathionwerte in den Lymphozyten nach 1, 3 und 6 Monaten erhöht. Nach sechs Monaten betrug der maximale Anstieg ungefähr 30 %.
Bei 250 mg täglich lagen die mittleren Glutathionwerte nach drei und sechs Monaten ebenfalls über dem Ausgangswert. Diese Veränderungen erreichten jedoch keine statistische Signifikanz.
Damit zeigte sich für die Lymphozyten vor allem bei der höheren Tagesdosis ein klarer und über mehrere Monate zunehmender Effekt.
Glutathion spielt auch für eine normale Immunfunktion eine wichtige Rolle
Glutathion ist nicht nur ein zentraler Bestandteil des antioxidativen Schutzsystems. Die Autoren der Studie weisen ausdrücklich darauf hin, dass intrazelluläres GSH eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung und Regulation bestimmter Immunfunktionen spielt. Dazu gehören unter anderem die Aktivierung von Lymphozyten und die funktionelle Aktivität natürlicher Killerzellen, kurz NK-Zellen.
Gerade deshalb ist der beobachtete Anstieg des Glutathions in den Lymphozyten interessant. Lymphozyten gehören zu den zentralen Zellen des Immunsystems. In der Gruppe mit 1.000 mg Setria® Glutathion pro Tag stiegen ihre GSH-Werte nach 1, 3 und 6 Monaten an; nach sechs Monaten lag der Anstieg bei ungefähr 30 %.
Parallel dazu untersuchten die Forschenden verschiedene Marker der Immunfunktion. Nach drei Monaten war die zytotoxische Aktivität der NK-Zellen in der Gruppe mit 1.000 mg GSH signifikant erhöht. Im Vergleich zur Placebogruppe beschreibt die Studie einen Anstieg auf mehr als das Doppelte. NK-Zellen sind Bestandteil der natürlichen Immunabwehr und ihre Funktionsfähigkeit hängt unter anderem vom intrazellulären Glutathionstatus ab.
Bei der Lymphozytenproliferation zeigte sich ebenfalls eine Zunahme in beiden GSH-Gruppen, diese erreichte allerdings keine statistische Signifikanz. Bei der Phagozytose und dem respiratorischen Burst der neutrophilen Granulozyten wurden keine konsistenten signifikanten Veränderungen festgestellt.
Die Ergebnisse sprechen daher nicht dafür, dass Glutathion pauschal sämtliche Immunparameter steigert. Sie unterstützen vielmehr die Vorstellung, dass ausreichende intrazelluläre Glutathionspiegel zur Aufrechterhaltung einer normalen, funktionierenden Immunantwort beitragen können.
Warum ein ausreichender Glutathionstatus für das Immunsystem relevant ist
Wie bedeutsam GSH für Immunzellen sein kann, erläutern die Autoren auch anhand von Erkrankungen, bei denen niedrige Glutathionspiegel auftreten.
Als Beispiel nennen sie die HIV-Infektion. Bei HIV wird eine Verminderung des Glutathions als ein Faktor diskutiert, der zu Beeinträchtigungen der Immunfunktion und zum Fortschreiten der Erkrankung beitragen kann. Frühere Untersuchungen zeigten zudem Zusammenhänge zwischen niedrigen intrazellulären GSH-Spiegeln und einer verminderten Aktivität natürlicher Killerzellen.
Die Autoren verweisen außerdem auf experimentelle Untersuchungen, nach denen bereits eine teilweise Abnahme des intrazellulären GSH bestimmte Funktionen zytotoxischer Immunzellen und IL-2-abhängige Immunprozesse beeinträchtigen kann.
Diese Beobachtungen verdeutlichen die grundsätzliche Bedeutung einer ausreichenden Glutathionversorgung für Immunzellen. Sie bedeuten jedoch nicht, dass die vorliegende Setria®-Studie eine Wirkung bei HIV untersucht oder eine Behandlung von HIV belegt hätte: An der Studie nahmen gesunde Erwachsene teil.
Für die Fragestellung der Studie ist vielmehr entscheidend, dass die langfristige Einnahme von Setria® nicht nur die Glutathionspeicher in Erythrozyten erhöhte, sondern bei der höheren Dosierung auch die GSH-Konzentration in Lymphozyten steigerte – also in Zellen, deren Funktion eng mit ihrem intrazellulären Redox- und Glutathionstatus verbunden ist.
Der Effekt war dosis- und zeitabhängig
Ein besonders interessanter Aspekt der Studie ist der zeitliche Verlauf.
Die stärksten Veränderungen traten nicht unmittelbar auf, sondern entwickelten sich über mehrere Monate. Vor allem in der 1.000-mg-Gruppe nahmen die Glutathionspiegel von Monat 1 bis Monat 6 weiter zu.
Nach Absetzen des Glutathions sanken die Werte während der einmonatigen Auswaschphase wieder in Richtung Ausgangsniveau.
Die Autoren beschreiben die beobachteten Veränderungen deshalb überwiegend als zeit- und dosisabhängig.
Das bedeutet: In dieser Studie zeigte eine längere Einnahmedauer einen stärkeren Effekt als eine kurzfristige Supplementierung, und die höhere Dosis führte insgesamt zu den deutlichsten Veränderungen.
Was bedeutet das für Setria®?
Die Studie ist besonders relevant, weil sie nicht nur kurzfristig die Konzentration von Glutathion im Plasma untersuchte. Stattdessen wurde die Supplementierung über sechs Monate verfolgt und Glutathion in mehreren Körperkompartimenten gemessen.
Für Setria® Glutathion zeigten sich dabei insbesondere folgende Ergebnisse:
250 mg pro Tag
- signifikanter Anstieg des Glutathions in den Erythrozyten nach 6 Monaten
- etwa 29 % höhere Erythrozytenwerte
- Anstieg in den Lymphozyten nicht statistisch signifikant
1.000 mg pro Tag
- signifikanter Anstieg des Glutathions in den Erythrozyten
- nach 6 Monaten etwa 35 % höher
- signifikanter Anstieg des Glutathions in den Lymphozyten
- nach 6 Monaten ungefähr 30 % höher
Damit liefert die Studie Hinweise darauf, dass oral eingenommenes Setria® Glutathion bei langfristiger Einnahme tatsächlich die Glutathionvorräte in verschiedenen Zellen des Körpers erhöhen kann.
Fazit
Die kontrollierte Humanstudie zeigt, dass die tägliche Einnahme von Setria® Glutathion über sechs Monate die körpereigenen Glutathionspeicher erhöhen kann.
Besonders ausgeprägt waren die Veränderungen bei 1.000 mg täglich: Nach sechs Monaten lagen die Glutathionwerte in den Erythrozyten etwa 35 % und in den Lymphozyten etwa 30 % über dem Ausgangswert. Auch 250 mg täglichführten nach sechs Monaten zu einem signifikanten Anstieg des Glutathions in den Erythrozyten.
Darüber hinaus nahm bei der hohen Dosierung nach drei Monaten die Aktivität der natürlichen Killerzellen signifikant zu. Zusammen mit der bekannten Bedeutung von intrazellulärem Glutathion für Lymphozyten und andere Immunzellen stützen diese Ergebnisse die Bedeutung eines ausreichenden GSH-Status für die Aufrechterhaltung einer normalen und funktionierenden Immunabwehr.
Die Studie zeigt dabei besonders deutlich, dass nicht nur die Dosierung, sondern auch die Dauer der Einnahme eine Rolle spielt: Die stärksten Veränderungen der Glutathionspeicher wurden nach mehreren Monaten beobachtet.
Quelle: Richie JP Jr, Nichenametla S, Neidig W, Calcagnotto A, Haley JS, Schell TD, Muscat JE. Randomized controlled trial of oral glutathione supplementation on body stores of glutathione. European Journal of Nutrition. 2015;54:251–263. DOI 10.1007/s00394-014-0706-z.


















































































































