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Vitamin K2 und D3: Neue Studie zeigt verlangsamte Gefäßverkalkung

Supplementa Redaktionsteam
Vitamin K2 und D3: Neue Studie zeigt verlangsamte Gefäßverkalkung
Inhalt

     

    DANCODE-Studie: 21 % geringere Zunahme der Verkalkung in den Herzkranzgefäßen

    Können die Vitamine K2 und D3 beeinflussen, wie schnell sich Kalk in unseren Herzkranzgefäßen ablagert? Eine neue klinische Studie aus Dänemark liefert dazu interessante Erkenntnisse.

    In der DANCODE-Studie, veröffentlicht im Oktober 2026 in der renommierten Fachzeitschrift Circulation, untersuchten Wissenschaftler 398 Menschen mit bereits stark verkalkten Herzkranzgefäßen.

    Das Ergebnis: Bei den Teilnehmern, die täglich Vitamin K2 und Vitamin D3 erhielten, schritt die Verkalkung über einen Zeitraum von zwei Jahren um durchschnittlich 21 % langsamer voran als in der Placebogruppe.

    Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich der Prozess der Gefäßverkalkung durch eine gezielte Nährstoffzufuhr beeinflussen lässt. Ob dadurch auch Herzinfarkte oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindert werden können, ist allerdings noch nicht geklärt.

    Warum ist Gefäßverkalkung ein wichtiges Thema?

    Unser Herz wird über die Herzkranzgefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Im Laufe des Lebens können sich in den Wänden dieser Blutgefäße Ablagerungen bilden, sogenannte Plaques. Diese können unter anderem Fette, Bindegewebe und Kalk enthalten.

    Solche Veränderungen gehören zur Arteriosklerose, einer Erkrankung der Arterien, die mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist.

    Um das Ausmaß der Verkalkung sichtbar zu machen, können Ärzte eine spezielle Computertomografie durchführen. Dabei wird der sogenannte Koronarkalk-Score (CAC-Score) ermittelt.

    Je höher dieser Wert ausfällt, desto größer ist in der Regel die Verkalkung der Herzkranzgefäße. Der CAC-Score liefert daher wichtige Informationen über das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko.

    Wissenschaftler beschäftigen sich seit Jahren mit der Frage, ob sich die Zunahme dieser Verkalkungen verlangsamen lässt.

    Genau hier setzt die DANCODE-Studie an.

    Vitamin K2 und Vitamin D3: Welche Rolle spielen sie?

    Vitamin K2 und Vitamin D3 sind an unterschiedlichen biologischen Prozessen beteiligt, die mit dem Calciumstoffwechsel zusammenhängen.

    Vitamin K2 und das Matrix-Gla-Protein

    Eine wichtige Rolle spielt das sogenannte Matrix-Gla-Protein (MGP).

    Dieses körpereigene Protein kann die Ablagerung von Calcium in den Gefäßwänden hemmen. Damit MGP seine Funktion erfüllen kann, muss es durch einen Vitamin-K-abhängigen Prozess aktiviert werden.

    Vitamin K2 ist an dieser Aktivierung beteiligt.

    Bei einer unzureichenden Vitamin-K-Versorgung kann ein größerer Anteil des Matrix-Gla-Proteins in seiner inaktiven Form vorliegen. Diese Form lässt sich im Blut messen und wird als dp-ucMGP bezeichnet.

    Vitamin D3 und die Regulation des Calciumstoffwechsels

    Vitamin D3 unterstützt unter anderem die Aufnahme und Verwertung von Calcium.

    Darüber hinaus gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Vitamin D die Bildung des Matrix-Gla-Proteins beeinflusst.

    Aus diesem Zusammenspiel ergibt sich eine interessante wissenschaftliche Fragestellung: Könnte die Kombination beider Vitamine dazu beitragen, den biologischen Prozess der Gefäßverkalkung zu beeinflussen?

    Was wollten die Wissenschaftler herausfinden?

    Das Forschungsteam um Selma Hasific und Axel Diederichsen untersuchte, ob die tägliche Einnahme von Vitamin K2 und Vitamin D3 das Fortschreiten der Verkalkung in den Herzkranzgefäßen verlangsamen kann.

    Dazu wurden Personen ausgewählt, bei denen bereits eine ausgeprägte Verkalkung vorlag.

    Die Wissenschaftler wollten außerdem überprüfen, ob sich die Zusammensetzung der Gefäßablagerungen verändert und ob die Vitamine messbare Auswirkungen auf bestimmte Blutwerte haben.

    Studiendesign auf einen Blick

    Merkmal Beschreibung
    Studie DANCODE (Danish Coronary Decalcification)
    Studientyp Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Humanstudie
    Teilnehmer 398 Personen mit ausgeprägter Herzkranzgefäß-Verkalkung
    Alter Median 71 Jahre
    Studiendauer 24 Monate
    Vitamin K2 720 µg täglich, als Menachinon-7 (MK-7)
    Vitamin D3 25 µg täglich (1.000 I.E.)
    Vergleichsgruppe Placebo ohne Wirkstoffe
    Hauptziel Veränderung des Koronarkalk-Scores nach 24 Monaten

    Die Teilnehmer wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt. Eine Gruppe erhielt täglich die Kombination aus Vitamin K2 und D3, die andere ein Placebo.

    Weder die Teilnehmer noch die behandelnden Studienmitarbeiter wussten während der Untersuchung, wer die Vitamine und wer das Placebo erhielt.

    Die Verkalkung der Herzkranzgefäße wurde zu Beginn sowie nach 12 und 24 Monaten mittels Computertomografie gemessen.

    Ergebnisse der DANCODE-Studie

    1. Die Gefäßverkalkung nahm unter Vitamin K2 und D3 langsamer zu

    Das wichtigste Ergebnis betrifft den sogenannten CAC-Score.

    Nach zwei Jahren zeigte sich folgende durchschnittliche Veränderung:

    Gruppe Anstieg des CAC-Scores
    Placebo +248 Agatston-Einheiten
    Vitamin K2 + D3 +196 Agatston-Einheiten
    Unterschied −52 Agatston-Einheiten

    Die Vitamin-Gruppe zeigte damit eine um rund 21 % geringere Zunahme des Koronarkalk-Scores gegenüber der Placebogruppe.

    Der Unterschied war statistisch signifikant (p < 0,001).

    Wichtig ist die richtige Einordnung: Die bereits vorhandene Verkalkung verschwand nicht. Auch in der Vitamin-Gruppe nahm der Kalk-Score weiter zu – allerdings deutlich langsamer.

    2. Der Effekt zeigte sich bei Frauen und Männern

    Die Wissenschaftler untersuchten zusätzlich, ob das Geschlecht einen Einfluss auf die Ergebnisse hatte.

    Sowohl bei Frauen als auch bei Männern zeigte sich eine geringere Zunahme der Verkalkung unter Vitamin K2 und D3.

    Auch bei Teilnehmern mit besonders hohen Ausgangswerten des CAC-Scores waren entsprechende Unterschiede messbar.

    Dies deutet darauf hin, dass der beobachtete Effekt nicht auf eine einzelne der untersuchten Patientengruppen beschränkt war.

    3. Weniger Zunahme verkalkter Plaques

    Bei 143 Teilnehmern führten die Forscher zusätzliche Untersuchungen zur Zusammensetzung der Gefäßablagerungen durch.

    Dabei unterschieden sie zwischen verkalkten und nicht verkalkten Bestandteilen der Plaques.

    Auch hier zeigte sich ein interessantes Ergebnis:

    Das Volumen der verkalkten Plaque-Bestandteile nahm in der Vitamin-Gruppe signifikant weniger stark zu.

    Der Unterschied zwischen beiden Gruppen betrug rund 7,8 mm³.

    Bei den nicht verkalkten Plaque-Bestandteilen fanden die Wissenschaftler dagegen keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen.

    Das ist für die Interpretation wichtig, weil Veränderungen des Kalkgehalts nicht automatisch bedeuten, dass Gefäßablagerungen insgesamt günstiger oder stabiler werden.

    4. Ein wichtiger Vitamin-K-abhängiger Blutmarker verbesserte sich

    Die Wissenschaftler untersuchten außerdem das bereits erwähnte Matrix-Gla-Protein.

    Gemessen wurde die inaktive Form dp-ucMGP.

    In der Vitamin-Gruppe sank dieser Marker während der Studie deutlich, während er in der Placebogruppe leicht anstieg.

    Die Abnahme spricht dafür, dass die Vitamin-K-abhängige Aktivierung des Matrix-Gla-Proteins durch die Supplementierung beeinflusst wurde.

    Damit lieferte die Studie nicht nur bildgebende Ergebnisse, sondern auch Hinweise auf einen biologischen Mechanismus, der an der Regulation von Gefäßverkalkungen beteiligt ist.

    Was bedeuten die Ergebnisse für die Praxis?

    Die DANCODE-Studie ist wissenschaftlich interessant, weil sie zeigt, dass die Zunahme ausgeprägter Gefäßverkalkungen möglicherweise gezielt beeinflusst werden kann.

    Besonders aussagekräftig ist das Studiendesign: Es handelte sich um eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Untersuchung mit fast 400 Teilnehmern.

    Allerdings müssen drei wichtige Einschränkungen berücksichtigt werden.

    Erstens: Untersucht wurden Menschen mit bereits stark ausgeprägter Gefäßverkalkung. Die Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf junge, gesunde Menschen oder Personen ohne Gefäßverkalkung übertragen.

    Zweitens: Die Studie untersuchte die Kombination aus Vitamin K2 und Vitamin D3. Sie kann daher nicht eindeutig zeigen, welcher Anteil des beobachteten Effekts auf Vitamin K2 und welcher auf Vitamin D3 zurückzuführen ist.

    Drittens: Die Forscher untersuchten vor allem Veränderungen in der Computertomografie. Ob die langsamere Zunahme des Kalk-Scores langfristig zu weniger Herzinfarkten, Schlaganfällen oder anderen Herz-Kreislauf-Ereignissen führt, konnte nicht nachgewiesen werden.

    Während der Studie traten nur wenige schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse auf. Für eine verlässliche Aussage über deren Verhinderung war die Untersuchung nicht ausgelegt.

    Die Ergebnisse sind daher vielversprechend, aber noch kein Beweis für einen direkten Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

    Verträglichkeit und wichtige Hinweise

    Die Kombination aus Vitamin K2 und Vitamin D3 wurde während der zweijährigen Studie insgesamt gut vertragen. Es wurden keine klinisch relevanten Unterschiede bei den untersuchten Labor-Sicherheitswerten beobachtet.

    Die eingesetzte Vitamin-K2-Dosis von 720 µg täglich war vergleichsweise hoch und wurde unter Studienbedingungen untersucht. Sie ist nicht als allgemeine Dosierungsempfehlung zu verstehen.

    Wichtig: Vitamin K kann die Wirkung bestimmter gerinnungshemmender Medikamente beeinflussen. Wer Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon oder Warfarin einnimmt, sollte Vitamin K2 nicht eigenständig zusätzlich einnehmen.

    Fazit: Vitamin K2 und D3 liefern neue Erkenntnisse zur Gefäßverkalkung

    Die DANCODE-Studie liefert einen wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen Verständnis der Gefäßverkalkung.

    Bei Menschen mit stark verkalkten Herzkranzgefäßen verlangsamte die tägliche Kombination aus Vitamin K2 und Vitamin D3 die Zunahme des Koronarkalk-Scores über zwei Jahre um durchschnittlich 21 % gegenüber Placebo.

    Gleichzeitig beobachteten die Wissenschaftler Veränderungen eines Vitamin-K-abhängigen Proteins, das an der Regulation von Calciumablagerungen beteiligt ist.

    Damit stärkt die Studie die wissenschaftliche Annahme, dass Vitamin-K-abhängige Prozesse bei der Gefäßverkalkung eine beeinflussbare Rolle spielen.

    Ob diese Veränderungen langfristig auch zu einem geringeren Risiko für Herzinfarkte oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, müssen weitere klinische Studien zeigen.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Kann Vitamin K2 bestehende Gefäßverkalkungen auflösen?

    Die DANCODE-Studie hat keine Auflösung bereits bestehender Kalkablagerungen nachgewiesen. Sie zeigte, dass die Verkalkung unter der Kombination aus Vitamin K2 und D3 langsamer zunahm als unter Placebo.

    Welche Vitamin-K2-Form wurde untersucht?

    Die Wissenschaftler verwendeten Vitamin K2 in Form von Menachinon-7, kurz MK-7. Die tägliche Dosierung betrug 720 µg.

    Wie viel Vitamin D3 erhielten die Teilnehmer?

    Die Teilnehmer der Vitamin-Gruppe erhielten täglich 25 µg Vitamin D3. Das entspricht 1.000 Internationalen Einheiten (I.E.).

    Bedeutet eine um 21 % langsamere Verkalkung auch ein um 21 % geringeres Herzinfarktrisiko?

    Nein. Die 21 % beziehen sich ausschließlich auf die geringere Zunahme des gemessenen Koronarkalk-Scores. Eine entsprechende Verringerung des Herzinfarktrisikos wurde nicht nachgewiesen.

    Ist Vitamin K2 allein für den beobachteten Effekt verantwortlich?

    Das lässt sich anhand dieser Studie nicht beantworten. Untersucht wurde die Kombination aus Vitamin K2 und Vitamin D3. Die einzelnen Beiträge der beiden Vitamine konnten nicht getrennt bestimmt werden.

    Sollten Menschen mit Gefäßverkalkungen jetzt Vitamin K2 und D3 einnehmen?

    Die Studie liefert interessante wissenschaftliche Hinweise, aber noch keine ausreichende Grundlage für eine allgemeine Behandlungsempfehlung. Menschen mit bekannten Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten eine zusätzliche Supplementierung mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.


    Wissenschaftliche Quelle

    Hasific, S., Øvrehus, K. A., Mejldal, A., et al. (2026). Vitamin K2 and D3 Supplementation in Patients With Severe Coronary Artery Calcification: The DANCODE Trial.

    Circulation, 154, 1656–1665. Veröffentlicht am 27. Oktober 2026.

    DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.126.082363

    Studientyp: Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Humanstudie.

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