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Warum Frauen deutlich häufiger von Zellulitis (Orangenhaut) betroffen sind als Männer

Felix Henrichs
Inhalt

    1. Unterschiedliche Fett- und Bindegewebsstruktur

    Das wichtigste: Frauen und Männer haben eine anders aufgebaute Hautunterstruktur.

    • Bei Frauen verlaufen die Bindegewebsfasern senkrecht zur Hautoberfläche.
      → Fettzellen können leichter nach oben drücken, es entstehen Dellen.
    • Bei Männern verlaufen die Fasern eher netzartig und kreuzweise.
      → Das Fett wird stärker „gehalten“, die Haut bleibt glatter.

    2. Höherer Körperfettanteil bei Frauen

    Frauen haben von Natur aus einen höheren Fettanteil, besonders an:

    • Oberschenkeln
    • Hüften
    • Po

    Das ist evolutionsbiologisch sinnvoll (Energiespeicher für Schwangerschaft und Stillzeit), erhöht aber die Wahrscheinlichkeit für Zellulitis.

    3. Hormoneller Einfluss (Östrogen)

    Das weibliche Hormon Östrogen beeinflusst:

    • Fettverteilung
    • Wassereinlagerungen
    • Durchblutung
    • Bindegewebsstabilität

    Dadurch kann Zellulitis besonders auftreten oder stärker werden:

    • in der Pubertät
    • während Schwangerschaft
    • bei Pilleneinnahme
    • in den Wechseljahren

    4. Schwächeres Bindegewebe

    Frauen haben oft ein elastischeres, aber weniger festes Bindegewebe als Männer.
    Das macht die Haut zwar weicher, aber auch anfälliger für sichtbare Unebenheiten.

    5. Durchblutung und Lymphfluss

    Wenn die Mikrozirkulation oder der Lymphabfluss langsamer ist, kann es zu:

    • Wassereinlagerungen
    • Gewebeschwellungen
    • stärker sichtbarer Zellulitis

    kommen.

    6. Genetik spielt eine große Rolle

    Ob jemand Zellulitis bekommt, ist stark erblich bedingt. Selbst sehr schlanke und sportliche Frauen können betroffen sein.


    Wichtig zu wissen

    Zellulitis ist kein Krankheitszeichen, sondern eine normale Veränderung des Unterhautgewebes. Etwa 80–90 % aller Frauen entwickeln sie im Laufe des Lebens.