Die Vitamine der B-Familie sind essentiell für unser Wohlbefinden und für unsere Gesundheit. Sie sind entscheidend für alle Phasen und Formen der Energieproduktion in unserem Stoffwechsel. Jede einzelne Zelle ist vom Vorhandensein ausreichender B-Vitamine abhängig. Die Wirkungen aller B-Vitamine überschneiden sich, ergänzen sich und sind miteinander verwoben. Dennoch hat jedes B-Vitamin spezielle Aufgaben im Körper zu bewältigen, die es charakterisiert und von den anderen unterscheidet.
Mehr Energie und Belastbarkeit dank B-Vitaminen
Die B-Vitamine sind unverzichtbar für alle Phasen und Formen der Energie-Produktion im Stoffwechsel. Jede einzelne Zelle ist vom Vorhandensein ausreichender B-Vitamine abhängig. Gleichzeitig wirken sie positiv auf Stimmung und Konzentration und stärken die Nerven. Man tut deshalb gut daran, auf eine ausreichende Versorgung mit allen B-Vitaminen zu achten, besonders in Zeiten erhöhten Leistungsdrucks und nervlicher Beanspruchung.Folgen von Vitamin-B-Mangel: Erschöpfung, Schwäche und Vitalitätsverlust
Ein Mangel an B-Vitaminen macht sich in der Regel recht schnell durch einen allgemeinen Verlust an Vitalität bemerkbar, wobei die genaue Art, Intensität und Dauer der damit einher gehenden, konkreten Symptome von vielen Faktoren und Begleitumständen abhängt. Zu den häufigsten Beschwerden, die infolge einer akuten oder phasenweise wiederkehrenden Unterversorgung mit B-Vitaminen auftreten können, gehören eine verringerte körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit bzw. Belastbarkeit, Müdigkeit, ein geschwächtes Nervenkostüm sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit. Spätestens wenn einige dieser Symptome wiederholt oder unerwartet und ohne klar ersichtlichen Grund auftauchen, dann liegt ein konkreter Verdacht auf Vitamin-B-Mangel nahe, dem man unbedingt auf den Grund gehen sollte. Ein ansonsten gesunder Mensch würde diese Symptome vermutlich als vorübergehende, unbedenkliche Phase hinnehmen, nach dem Motto: „Ich bin heute einfach nicht topfit” oder „Das geht bald vorüber.” — Denn es ist völlig normal, nicht permanent „gut drauf zu sein.” Allerdings ist es gar nicht so selten, dass solche scheinbar harmlosen Erschöpfungs- und Ausfallserscheinungen tatsächlich infolge eines akuten Vitamin-B-Mangels auftreten. Dies liegt daran, dass die Vitamine der B-Gruppe (außer B12) zu den wasserlöslichen Vitaminen gehören, d.h. sie können vom Körper nicht gespeichert werden und müssen deshalb täglich neu über die Nahrung zugeführt werden. So ist es kaum verwunderlich, dass Schwächezustände und andere direkte Folgen eines akuten B-Vitamin-Mangels durch eine regelmäßige Zufuhr von ausreichenden Mengen an B-Vitaminen relativ schnell und unkompliziert behoben werden können, wie langjährige Therapie-Erfahrungen zeigen. Besteht ein Zufuhrmangel jedoch über einen längeren Zeitraum, dann manifestieren sich zusätzlich zu den typischen Beschwerdebildern, die mit einem akuten Vitamin B-Mangel einhergehen auch weitere, gravierendere Probleme: Chronische Erschöpfungssymptome oder Depressionen, aber auch erhöhte Homocystein-Werte, Anämien, Artheriosklerose und neurodegenerative Erkrankungen (u.a. Alzheimer) treten auf. Einige dieser Spätfolgen sind irreversibel, sie können also ab einem gewissen Stadium weder durch hochdosierte Gaben von Vitamin B noch durch andere Verfahren rückgängig gemacht werden.Warum ein Mangel an Vitamin B so häufig unentdeckt bleibt
Eine Unterversorgung mit B-Vitaminen kommt häufiger vor als vielen bewusst ist. Jeder zweite Mensch ab 40 Jahren hat zu wenig B-Vitamine in den Zellen seines Körpers. Dennoch wird solch ein Mangel leider oft viel zu spät entdeckt. Dies hat mehrere Gründe: Erstens sind die ersten spürbaren Anzeichen eines Vitamin-B-Mangels — verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und erhöhte Infektanfälligkeit — leicht mit allgemeinen, normalen Befindlichkeitsstörungen zu verwechseln, die ebenso gut eine andere Ursache haben könnten. Zweitens gilt ein chronischer Mangel an B-Vitaminen als Risikofaktor für still und heimlich fortschreitende Langzeitschäden oder „Alterskrankheiten”, die sich erst Jahre später in ernsthaften körperlichen oder geistigen Funktionsstörungen äußern, darunter u.a. Anämie, Artheriosklerose, Depressionen oder neurodegenerative Erkrankungen (z.B. Alzheimer). Drittens wird oft übersehen, dass ein B-Vitamin-Mangel nicht nur durch sehr einseitige oder gar vitaminarme Ernährung oder durch bekanntermaßen belastende Umstände wie z.B. Stress, Alkohol- und Kaffeekonsum, Schwangerschaft oder chronische Entzündungen verursacht werden kann, sondern auch durch Faktoren, die man normalerweise mit einer gesundheitsfördernden Wirkung in Verbindung bringt: Auch bestimmte Medikamente oder eine vegetarische Ernährung können einen Vitamin-B-Mangel verursachen. Gute vegetarische Ernährung bedeutet eben nicht, einfach nur auf tierische Produkte zu verzichten, sondern diese durch gleichwertige oder bessere nicht-tierische Nahrungsbestandteile zu ersetzen. Ein weiterer und besonders heimtückischer Grund für eine unentdeckte Unterversorgung liegt in der Tatsache begründet, dass ein Mangel an B-Vitaminen in den einzelnen Körperzellen vorliegen kann, obwohl im Blut normale Werte gemessen werden, und obwohl (noch) keine der oben genannten Mangelerscheinungen auftreten.Ein B-Vitamin kommt selten allein ...
Der Begriff „B-Vitamine” bezeichnet einen Komplex aus mehreren, eng miteinander verwandten Vitaminen. Die acht eigentlichen B-Vitamine fungieren als Vorstufe für Koenzyme. Zusätzlich gibt es eine Reihe weiterer Substanzen, die aufgrund ihrer Wirkung ursprünglich für B-Vitamine gehalten wurden, bevor sich herausstellte, dass sich deren Vitamincharakter nicht bestätigen ließ. Dies erklärt auch, warum die B-Vitamine in ihrer heute gebräuchlichen Nomenklatur nicht durchgehend von B1 bis B8 nummeriert sind, sondern lückenhaft von B1 bis B15. Die einzelnen Vitamine der B-Familie sind chemisch sehr unterschiedlich zusammengesetzt, und sie erfüllen auch unterschiedliche therapeutische Aufgaben. Was macht sie dann zu Mitgliedern einer Familie? Als die Nährstoffwissenschaftler in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Zusammensetzung der Nahrung und ihren Zusammenhang mit den Körperfunktionen untersuchten, entdeckten sie zwei Gemeinsamkeiten, die zur Einordnung der entsprechenden Substanzen in die Gruppe der B-Vitamine führten:- Alle B-Vitamine haben mit der Energieversorgung des Körpers zu tun, d.h. mit der Gewinnung von „Brennstoffen“ aus den in der Nahrung enthaltenen Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten.
- Als Bestandteil von Nahrungsmitteln treten die B-Vitamine gemeinsam auf. Dieser natürliche Zusammenhang gewährleistet die optimale Funktion der B-Vitamine für den Energie-Stoffwechsel.
- Vitamin B1 (Thiamin) – Das "Moral-Vitamin"
- Vitamin B2 (Riboflavin)
- Vitamin B3, auch Nicotinsäure oder Inositol-Hexanicotinat (Niacin)
- Vitamin B5 (Pantothensäure)
- Vitamin B6 (Pyridoxin, Pyridoxamin und Pyridoxal)
- Vitamin B7, auch Vitamin H (Biotin)
- Vitamin B9, auch Vitamin B11 oder Vitamin M ist Folsäure bzw. Folat
- Vitamin B12 (Cobalamine)
- Vitamin B15
Tabellarische Übersicht der wichtigsten B-Vitamine
| Vitamin | Funktion | Mangel durch ... | Anwendungsgebiet |
|---|---|---|---|
| B1 | Energiestoffwechsel; Nervensystem; Proteinsynthese | Alkohol; Leistungssport; Fieber; Stress; Verbrennungen; Funktionsstörung der Schilddrüsen; Stillen; Lebererkrankungen; Medikamente (speziell orale Kontrazeptiva) | Stimmungsschwankungen; Alkoholkonsum; Anämien; Herzversagen; Immunsystem; Sport; Störungen des Nervensystems; Alzheimer; Depressionen; allgemeine Schwäche; Lern- und Konzentrations-Schwierigkeiten |
| B2 | Homocystein; Gewebebildung; Energieproduktion; Antioxidans; Wachstum | Chronische Entzündungen; Krebserkrankungen; genetische Faktoren; hoher Alkoholkonsum; Medikamente; Störungen im Magen-Darm-Trakt; Wachstum | Antioxidans; Entgiftung; Hautpflege; Katarakt; Migräne (400 mg); Parkinson |
| B3 | Antioxidans; Blutzucker- und Blutdruck-Regulierung; Fettstoffwechsel; Zell-Metabolismus | Alkoholkonsum; Medikamente; Fieber; Gewichtsabnahme; B6- oder B2-Mangel | Arteriosklerose; Cholesterinsenkung; Arthritis; Diabetes; verschiedene Geisteskrankheiten; Kopfschmerzen (v.a. in Verbindung mit dem prämenstruellen Syndrom); Schutz gegen Umweltgifte |
| B5 | Energieproduktion; Protein- und Fettsynthese | Diäten; Alkohol- und Kaffeekonsum | Akne; Hautverletzungen; Anämien; chronisches Erschöpfungssyndrom; Müdigkeit; Lernstörungen bei Kindern; erhöhte Cholesterinwerte; Entzündungen; Taubheit oder Brennen in den Beinen; Schlafstörungen |
| B6 | Bildung von Niacin; Blutzuckerregulierung; Wirksamkeit der roten Blutkörperchen; Synthese von Proteinen und Neurotransmittern; Stoffwechsel | hoher Fleischverzehr; chronische Erkrankungen; hohes Alter; Medikamente; Rauchen; Alkohol; Kaffeekonsum; schnelles Wachstum; Verdauungsstörungen | Anämien; Arthritis; Asthma; Epilepsie; Hyperaktivität; Krämpfe; Nierenstein; Parkinson; Menstruationsbeschwerden; psychische Störungen; Schwangerschaft; Arteriosklerose; Homocystein; Wechseljahresbeschwerden |
| Biotin | Fettstoffwechsel; Synthese von Glukose; Zellwachstum | Diäten; Alkohol; Schwangerschaft | Diabetes; Hautfunktion; Haarwachstum/-stärkung; Nagelerkrankungen; Muskelschmerzen |
| B12 | Aminosäuren- und Fettstoffwechsel; Folsäure-Stoffwechsel; Aufbau von Nervenzellen; Zellentwicklung; Blutbildung | Diäten; Schwangerschaft; Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts; Alkohol; Alter; Lebererkrankungen; Medikamente (vor allem die „Pille“); Rauchen; vegetarische Ernährung | Allergien; psychische Störungen; Arteriosklerose; Krebs; Appetitanregung; Kraft; Energie; Leistungsfähigkeit; Störungen des Nervensystems; Müdigkeit; Schwäche; Homocystein |
| Folat | Blutbildung; Produktion von Nukleinsäure (DNS); Entwicklung des Fötus; Zellwachstum; Protein-Metabolismus; Darmerkrankungen | Chronische Erkrankungen; Diäten; Schwangerschaft; Erkrankungen des Magen- Darmtrakts; Alkohol; hohes Alter; Medikamente (vor allem die „Pille“ und Aspirin); Rauchen; vegetarische Ernährung | Schwangerschaft (Prävention von Geburtsfehlern); Stimmungsschwankungen; Anämie; Arteriosklerose; Gicht; häufige Infektionen; Krebserkrankungen; psychische Störungen; neurodegenerative Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson); Homocystein; bei Einnahme von Hormonpräparaten |
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