Als Trigger (engl.: „Auslöser“) werden in der medizinischen Fachsprache Reizstoffe jeglicher Art bezeichnet, die bestimmte Beschwerden oder Erkrankungen provozieren. Auch einige Nahrungsmittel können Trigger sein und sollten von Menschen mit chronischen Entzündungen gemieden werden. Hierzu zählen insbesondere Gluten, Milchprodukte, Zucker und Zusatzstoffe.
Vorteile einer glutenfreien Ernährung
Gluten, auch Klebereiweiß genannt, ist ein Stoffgemisch aus Proteinen und steckt in vielen Getreidesorten. Da es die Backeigenschaften stark verbessert, wurden in den letzten 200 Jahren Zuchtmethoden zur Erhöhung des Glutengehaltes entwickelt. Durch die gleichzeitige Industrialisierung wurden Backwaren nicht mehr aus Sauerteig hergestellt, dessen Mikroorganismen Getreide bekömmlicher machten.
Dies hat zur Folge, dass heute mehr unverdautes Gluten sowie andere Substanzen im Darm landen, diesen reizen und das Immunsystem belasten. Die Darmzellen werden angegriffen, die Verdauung wird sabotiert und Entzündungen bilden sich. Gluten steht außerdem im Verdacht, Autoimmunerkrankungen zu begünstigen.
Eine (vorübergehende) glutenfreie Ernährung kann dazu beitragen, Entzündungen zu reduzieren sowie den Verdauungstrakt und das Immunsystem zu entlasten. Die Darmzellen können sich regenerieren und der Körper kann mehr Nährstoffe aufnehmen. Auf Dauer kann eine glutenfreie oder -reduzierte Ernährung bei chronischen Entzündungen Linderung verschaffen.
Vorteile einer milchfreien Ernährung
Evolutionsbedingt ist Milch lediglich für die Ernährung von Säuglingen vorgesehen – und hierbei auch nur für den Nachwuchs der eigenen Art. Dass der Mensch Milch eines anderen Säugetiers fest in seine Essgewohnheiten integriert hat, ist biologisch überflüssig und kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Erst vor rund 7.000 Jahren begann in Mitteleuropa die Milchwirtschaft. Die Körper der hier lebenden Menschen reagierten mit einer fortbestehenden Laktase-Bildung auf den unnatürlichen Milchkonsum. Milch enthält verschiedene Proteine, Wachstumshormone und Substanzen, deren Aufnahme evolutionär nicht vorgesehen ist. Eine milchfreie oder zumindest milcharme Ernährung kann den Stoffwechsel entlasten, chronische Verdauungsbeschwerden lindern und das Hautbild verbessern. Ein gestärkter Darm ist außerdem weniger durchlässig, sodass kaum entzündungsfördernde Schadstoffe in den Blutkreislauf gelangen.Vorteile einer blutzucker-stabilisierenden Ernährung
Zucker vermittelt ein gutes Gefühl, denn er aktiviert die Ausschüttung von Dopamin, des sogenannten Glückshormons, was es schwer macht, Maß zu halten.
Erst vor 150 Jahren begann in Deutschland die Entwicklung des reinen raffinierten Zuckers zum wahrhaften Volksnahrungsmittel.
Während der Zuckerkonsum 1850 in Deutschland noch bei durchschnittlich 3 Kilogramm pro Jahr lag, nimmt der Deutsche im Durchschnitt heutzutage mehr als 40 Kilogramm jährlich zu sich.
Süße ist ein Indikator für Kohlenhydrate. Das Verlangen nach Süßem ist evolutionsbiologisch daher sinnvoll, denn Kohlenhydrate versorgen den Körper und insbesondere das Gehirn schnell mit Energie. Zudem ist der Geschmack „süß“ evolutionär gesehen ein Schutz davor, giftige Substanzen aufzunehmen. Für die frühen Jäger und Sammler war es daher besonders günstig, süß schmeckende Substanzen als angenehm, Bitteres dagegen als eher unangenehm zu empfinden, denn giftige Pflanzen warnen oft durch Bitterstoffe vor der von ihnen ausgehenden Gefahr.
Die Industrie macht sich diese evolutionsbedingte Vorliebe für Süßes zu Nutze und so finden sich in verarbeiteten Lebensmitteln neben den offensichtlichen auch viele versteckte Zucker. Der Verbraucher nimmt mit verarbeiteten Produkten auch unbewusst Zuckermengen auf, was zusätzlich dazu führt, dass die Gewöhnung an die Süße unseren Geschmackssinn für Zucker dämpft und zu noch höherem Konsum verleitet.
Der Verzehr von zu viel Zucker und raffinierten Kohlenhydraten geht mit dem Phänomen der Blutzuckerschwankungen einher, einem schnellen, hohen aber kurzfristigen Anstieg des Blutzuckerspiegels, und ist mit einer erhöhten Entzündungsförderung, Übergewicht, Insulinresistenz, Fettleber, einem gestörten Fettstoffwechsel, Darmdurchlässigkeit, erhöhten Triglyceriden, erhöhtem LDL-Cholesterin und hormonellen Dysbalancen verbunden.
Eine blutzucker-stabilisierende Ernährung setzt auf langsam resorbierbare Kohlenhydrate, die den Blutzuckerspiegel allmählich und weniger hoch ansteigen und weniger rapide und koordinierter sinken lassen, so dass es weder zu absoluten Blutzuckerspitzen noch zu Situationen kommt, in denen das Insulin seine Aufgabe „zu gut gemeistert“ hat und der Blutzucker dadurch temporär zu stark absinkt. Beides Situationen, die für den Körper eine Gefahr darstellen und eine verminderte Leistungsfähigkeit sowie ein gestörtes Essverhalten mit sich bringen.
Somit kann durch eine Blutzucker-stabilisierende Ernährungsweise nicht nur eine chronische Entzündung reduziert, sondern auch die metabolische Flexibilität und Leistungsfähigkeit gesteigert werden.

















































































































